Mehr Kultur, weniger Produktion, analoge Nerds und ein Widerspruch

Ende des alten Jahres werden Vorsätze für das neue Jahr gefasst … und mehr wird daraus meist nicht. Meine Vorsätze für 2012: mehr Kultur, weniger Produktion.

Seit 2008 habe ich mich neben Studium und Brötchen-verdienen immer nebenher ein Projekt am Laufen gehabt. Zuerst war es das Latinum, danach die Phileasson-Saga, Drakensang & der Epenschmiede-Blog, zuletzt das Radio-/Onlinemagazin Q History. Wenn man entdeckt hat, das man Dinge für die Öffentlichkeit produzieren kann, wächst daraus irgendwann der Gedanke, dass man Dinge für die Öffentlichkeit produzieren muss. Und dabei bleiben andere Dinge auf der Strecke.

Während man daheim oder im Studio vor dem Rechner sitzt, bloggt, schneidet, recherchiert, kann man nicht zum ScienceSlam gehen oder sich einen interessanten Vortrag anhören. Gerade die Teilnahme an spontanen (analogen!) Aktionen & Events fallen dann oft aus, da man seine Freizeit stark durch strukturiert und mit dem aktuellen Projekt zukleistert.

Damit sich daran etwas im neuen Jahr ändert, habe ich ein neues Projekt angestoßen (ich weiß, klingt nicht ganz logisch): münster_nerd – ein Veranstaltungskalender für Nerds aus Münster.

Mal schauen ob ich meine Vorsätze für 2012 so umsetzen kann, oder ob sie doch nur Vorsätze bleiben. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert.

PS: Gekeimt ist die Idee für münster_nerd auf bzw. nach der RatCon.

Bionadenbourgeoisie, Haidudu, Plunderteilchen: Vokabelliste 2011

Vokabelliste 2011Jedes Jahr lernt man neue interessante Vokabeln hinzu (Kontext in Klammern):

Bionadenbourgeoisie
(ZEIT-Artikel)

Erbhöfe
(Verwaltung)

Paradiesvogel
(Münster)

ästhetische Erfahrung
(Video)

Haidudu
(Besprechung)

Bleiwüste
(Berlin)

Plunderteilchen
(Bäcker)

Gutenberg Galaxie
(Zeitung)

Leberwurst-Intranet
(selber)

urban fantasy
(Wiki)

Telearbeit
(Handbuch)

Fleischtöpfe
(Wissenschaft)

Nebelkerzen
(Rhetorik)

bilateral
(Gespräch)

Bulletin
(Wiki)

PS: Listen-Liebhabern kann ich Umblätterers 50 berühmte Mittelinitiale & 60 Doppelinitiale wärmstens empfehlen.

Zombies, Wiedergänger und der Geist Leopold von Rankes: Q History gewinnt den Campusradiopreis 2011

Es muss nicht immer Hitler sein. Auch Untote lassen sich historisch aufarbeiten.

Das Daumen drücken hat geholfen. Nach dem Anerkennungspreis 2010 konnte das Q History-Team 2011 nun auch in der Kategorie Wissenschaft den Campusradiopreis der Landesanstalt für Medien NRW mit nach Hause nehmen.

Offenbar war es nicht von Nachteil, dass wir uns in der eingereichten Beiträgen eher mit fiktiven Horrorgestalten und tot-geglaubten Historikern als eingefleischt aber langweiligen Dauerbrennern wie Hitlers Generälen, Frauen und Hunde beschäftigt haben.

Die Campusradiopreis-Jury schreibt:

“Wissenschaft mal etwas anders. Das Redaktionsteam zeigt, dass Wissenschaft sehr unterhaltsam sein kann. Oder anders: Dass Unterhaltung wissenschaftlich sein kann. [...] Mit der Nominierung der Radiosendung ‘Q History’ zum gesamten Themenkomplex ‘Untote’ wird eine wissenschaftliche Gesamtleistung gewürdigt, die aufwendig und hörernah produziert wurde.”

"Wissenschaft mal etwas anders. Das Redaktionsteam zeigt, dass Wissenschaft sehr unterhaltsam sein kann."

Als ehemaliger Onlinechef von www.qhistory.de hat mich persönlich natürlich sehr gefreut, dass die Jury neben dem Radioprogramm auch etwas für Blog & Co. übrig hatte: “Besonders hervorzuheben ist die crossmediale Begleitung der Sendung.”

Den Ausschlag gaben folgende Beiträge (nachzuhören auf den Seiten der LfM & bei qhistory.de):

  • Wenn die Hölle zu voll ist – Die Geschichte des Zombiefilms (Matthias Friedmann)
  • Die Schmatzenden Toten: Aberglaube und Leichenbekämpfung in der Vorzeit (Frank Schlegel)
  • Interview mit einem Toten: Der preußische Historiker Leopold von Ranke im Gespräch (Philipp Spreckels, Transkript des Interviews)

Das schönste an der ganzen Sache ist aber, dass nicht nur die Beitrags-Autoren sondern die gesamte Q History-Redaktion* mit dem Preis ausgezeichnet wurde. Hinzu kommt, dass sich das Q History-”Mutterschiff” Radio Q neben einem Gewinn in der Kategorie Wissenschaft auch über den 1. Preis in der Kategorie Hochschule freuen kann.

*: Neben Matthias Friedmann, Frank Schlegel und Philipp Spreckels
also auch Daniel Meyer, Cornelia Pfeifer, Christine Krüger, Astrid
Mohr und Henrik Kipshagen.
Foto: siehe dieser Artikel

lfm Campus-Radio-Preis 2011: Aachen wir kommen!

Das sind doch mal schöne Nachrichten. Die alte Q History-Truppe* ist für den lfm Campus-Radio-Preis 2011 (Kategorie: Wissenschaft) nominiert worden. Und nicht nur das, auch in den Kategorien Moderation und Hochschule wurden Kollegen aus dem Campusradio “Radio Q” nominiert.

Sollte es nach dem letzten Jahr noch ein zweites Mal klappen? Egal – Aachen wir kommen!

* Matthias Friedmann (CvD und Redakteur), Daniel Meyer (Moderator), Frank Schlegel, Henrik Kipshagen, Christine Krüger, Cornelia Pfeifer, Astrid Mohr und ich (Redakteure).

Foto: by-nc ABC Archives

Die Diktatur der ‘Docs’ – Voodoo als Werkzeug der Diktatur

François 'Papa Doc' Duvalier während eines Treffens mit David Tercero Castro 1968

In Haiti droht(e*) sich die Geschichte zu wiederholen. Jean-Claude ’Baby Doc’ Duvalier ist zurück. Der Zeitpunkt ist gut gewählt, denn nach dem Erdbeben wüten die politischen Lagerkämpfe schlimmer den je. Wenn ’Baby Doc’ die Macht an sich reißen will, könnte ihm der Voodoo wieder gute Dienste leisten.

Fünfziger Jahre, Haiti, Wahlkampf. François ’Papa Doc’ Duvalier (1907-1971) zieht alle Register, um an die Macht zu kommen. Der Arzt behauptet unter anderem ein Houngan zu sein – ein echter Voodoo-Priester also. Sein Äußeres und seine Stimme (schwarze Kleidung, nasale Stimme) passt er dem populären Bild von Baron Samedi an. Als Verkörperung des Voodoo-Totengottes will er das höchste Amt erringen. Duvaliers Rechnung geht auf: Angst und religiöse Ehrfurcht treiben die Massen zu den Urnen – 1957 wird ’Papa Doc’ Präsident Haitis.

Die Wurzeln des Voodoo liegen im Sklavenhandel

Voodoo, was ist das überhaupt? Satanisten, Voodoo-Puppen, Zombies und bestialische Blutopfer – unser Bild des Voodoo wird bestimmt von Hollywood. Die realen Wurzeln dieser fremden Religion liegen in einem der dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte begraben: dem transatlantischen Sklavenhandel.

Es gibt die Maobibel und Gaddafis Grünes Buch, eine Voodoo-Bibel gibt es jedoch nicht. Der Voodoo entstand, als Millionen Afrikaner versklavt wurden und mit Schiffen in die amerikanischen Kolonien gebracht wurden, unter anderem in die Karibik. Dort verschmolzen die afrikanischen Stammesreligionen miteinander. Im Zentrum der neuen Mischreligion steht der Gott Bondye und die Loa – kleinere Gottheiten, Ahnengeister und Heilige – mit denen Voodoo-Gläubige durch rituelle Musik, Gesang und Tanz kommunizieren. Voodoo bezeichnet man auch als animistische Religion, da die Grundsätze dieses Glaubens nie aufgeschrieben worden sind. Deshalb gab und gibt es nicht den Voodoo – jeder Voodoo-Priester praktiziert seine ganz eigene Religion.

Ohne diese Flexibilität hätte der Voodoo nie überleben können – christlichen Missionaren gelang es nicht, den Voodoo zu verdrängen. Statt sich von ihren afrikanischen Wurzeln abzuwenden, wurden katholische Motive und Vorstellungen in den Voodoo integriert. So wird der Schlangengeist Dmballah noch heute als Heiliger St. Patrick verehrt.

“Doc, der Du regierst im Palast, töte all Deine Feinde …”

Diese Wandlungsfähigkeit weiß ’Papa Doc’ für sich zu nutzen. Er bedient sich am Symbolsystem des Voodoo und schustert sich seine eigene Version der Religion zusammen, mit der er die Bevölkerung unterdrücken will. Dies zeigt sich in vielerlei Hinsicht.

Duvalier muss seine Gewaltherrschaft legitimieren und tut dies, indem er einen Personenkult um sich aufbaut. Sein an Baron Samedi angelehntes Äußeres und seine Behauptungen Voodoo-Priester zu sein, haben Erfolg. Bald sagen die Bürger Haitis ihrem Präsidenten übernatürliche Kräfte zu. In den Schulen führt Duvalier sogar ein neues Morgengebet ein: “Doc, der Du regierst im Palast, töte all Deine Feinde …“ In den Augen der Voodoo-gläubigen Bevölkerung muss jeder Widerstand gegen den ‘von höheren Mächten’ auserwählten Präsidenten zwecklos erscheinen.

Die Haitianische Revolution begann mit einem Voodoo-Ritual

Eine Voodoo-Kirche existiert nicht. Die Kolonialherren hätten eine Voodoo-Kirche neben dem Christentum niemals geduldet. Aber auch nach der Haitianischen Revolution, in der die Sklaverei und die Herrschaft der weißen Europäer ihr Ende fand, bildete sich keine Voodoo-Organisation heraus – und das, obwohl der Voodoo-Priester Zamba Boukman zusammen mit anderen Houngan 1791 im Bois Caiman (Wald der Caimanen) ein Ritual abgehalten haben soll, dass als Startschuss für den Sklavenaufstand gilt. ’Papa Doc’ nahm einer möglichen Houngan-Revolution schon vorweg Wind aus den Segeln, indem er sich zum obersten Voodoo-Priester und der Verkörperung Haitis selbst erhob.

Auch dieser Aspekt spielt Duvalier in die Hände. Während die Kirchen in Europa ein spirituelles wie auch politisches Gegengewicht zu den jeweiligen Regierungen aufbauen konnten, hat ’Papa Doc’ hier nichts zu befürchten. Die Voodoo-Priesterschaft selbst hat keine gemeinsame Organisation, die dem Diktator bedrohlich werden könnte. Auch kann sich keine Opposition unter dem Deckmantel des Voodoo entwickeln, wie dies z.B. in der ehemaligen DDR der Fall war.

Hexerei ist für Voodoo-Gläubige kein Aberglaube sondern Realität. Die Angst von einem bokor (Schwarzmagier) in einen Zombie verwandelt zu werden oder Opfer eines Fluchs zu werden, ist alltäglich. Schutz versprechen nur Voodoo-Priester und diese lassen sich ihre Hilfe etwas kosten. Ob als Dorfpriester oder als Präsident des Landes, wer Schutz vor bösem Zauber verspricht, kann schnell zu Macht gelangen. Die hohe Armmut und Analphabetenrate in der Bevölkerung tun ihr übriges.

Papa Docs Voodoo-Miliz hält das Volk mit Terror unter Kontrolle

Die Angst vor schwarzer Magie spiegelt sich auch in der Privatmiliz von ’Papa Doc’ wieder. Die Milice Volontaires de la Sécurité Nationale (MVSN) wurde 1959 gegründet, um durch Gewalt und Terror die Bevölkerung unter Kontrolle zu halten. Im Volksmund war die verhasste Miliz unter dem Namen Tonton Macoute (vergleichbar mit dem ’Schwarzer Mann’) bekannt. Die Sagengestalt soll des nachts Kinder aus ihren Betten holen und sie in ihren Umhängesack (macoute) stecken – auch die Miliz war dafür bekannt, Regierungskritiker im Schutz der Dunkelheit verschwinden zu lassen.
Außerdem waren die Tonton Macoutes für wahllose Exekutionen und Grausamkeiten (sie hängten die Leichen ihrer Opfer in die Bäume), ihre martialischen ‘Uniformen’ (Ray Ban-Sonnenbrillen und Machteten), sowie die ’Begabung’ ihrer Mitglieder bekannt – auf den Wunsch Duvaliers waren viele Voodoo-Priester der Truppe beigetreten. Wer wollte da schon rebellieren und neben dem Leben womöglich auch noch seine Seele verlieren?

1986 wurde ’Baby Doc’ aus Haiti vertrieben doch seit 2010 haben Angst und Aberglaube Haiti wieder im Würgegriff. 45 Houngans wurden Ende des Jahres von wütenden Volksmassen gelyncht, da man glaubte, sie hätten die Cholera-Epidemie ausgelöst. Es ist also gut möglich, dass ’Baby Doc’ oder ehemalige Tonton Macoutes versuchen die Situation auszunutzen und sich mit Voodoo wieder an die Macht putschen wollen.

*: Der Text war ursprünglich als Zeitungsartikel für Anfang 2011 geplant. Anlass war die turbulente Präsidentschaftswahl in Haiti und die unerwartete Rückkehr ‘Baby Docs’ in seine Heimat. Bewahrheitet haben sich die aus der Geschichte abgeleiteten Befürchtungen zum Glück nicht.
Foto: public domain

Best of Geschichte im Netz: 2010-2011

Über ein Jahr habe ich das Netz und die deutsche Geschichts-Blogosphäre nach interessanten bis bizarren Artikeln, Videos und Bildern durchstöbert, um sie mit den Fans von Q History per Facebook oder Twitter zu teilen. Ein best-of der Geschichts-Netzfunde 2010-2011 könnt ihr hier finden.

Merkwürdige Geschichtsparodien und -adaptionen

—Video

Die britische Monarchie mit Playmobil erklärt (Harald Schmitdt)

ZDF History-Parodie: Guido Knork über “Saurons Schergen” (Extralarp)

Nazis auf dem Mond (Iron Sky-Trailer)

Geschichte der UDSSR für Kinder (Lego)

Weimarer Revolution (History Rap)

Dr. Simon Schama History Spoof (BBC Comedy)

Wehlers Gesellschaftsgeschichte mit Playmobil erklärt (Harald Schmidt)

Geschichte der Typographie (Studentenprojekt)

Musikvideo “Renaissance-Man” (Historyteachers)

Geschichte der Ego-Shooter (Schülerprojekt)

Quellenanimation “Der Teppich von Bayeux” (?)

Frauentausch Athen – Sparta (BBC Horrible Histories)

Medienwandel “Introducing the book” (Polnische Comedy-Sendung)

—Bild

Alternative Enden Laikas (Graphic Novel)

Abraham Lincoln mit Ghettoblaster (Foto-Manipulation)

Zweiter Weltkrieg: Darth Vader und Transformers (Foto-Manipulation)

Erichs Luxus-Duschbad: Von führenden Kombinaten, Volkseigenen Betrieben und Genossenschaften empfohlen! (Ostalgie-Produkt)

Geschichte Europas mit bunten Bällen erzählt (Comic)

Personenkult in den Medien: Hitler & Der Spiegel (Umblätterer)

OMG WWII on Facebook (Facebook-Parodie)

—Text

Liste von Kriegsfilmen (Wikipedia)

Was machen Karl Marx, Wilhelm Liebknecht und Edgar Bauer betrunken in London? (Uni-Münster Adventskalender)

Kliosurft allgemein

Dreifachrufe der Kulturgeschichte (Umblätterer)

Interessantes

—Audio

50 Jahre Perry Rhodan (WDR ZeitZeichen)

Andreas Platthaus zur Geschichte der Graphic Novel (DRadio)

Agrarhistoriker: “Unsere Zivilisation ist auf Mist gebaut” (DradioWissen)

Metropolen-Sound (DradioWissen)

Podcast des Exzellenzclusters “Religion und Politik” (Uni-Münster)

Audioarchiv Jukebox (Library of Congress)

Carnagie Hall wird 120 (DRadioWissen)

Geschichtsstudium (DRadioWissen)

Staufer-Podcast (Ausstellung “Die Staufer und Italien”)

Schneise der Verwüstung (ZeitZeichen von Q History-Kollegin Cornelia Pfeifer)

—Video

Die Apokalypse im Bild: Von Dürer zum Manga (aufgezeichnet.tv)

A Picture is Worth 500 Billion Words (TED-Talk)

Wie funktioniert das Internet? (Die Sendung mit der Maus)

Werbung der 50er (BMW Isettabung)

Warum studierst du Geschichte? (Historisches Seminar Uni-Hannover)

“Dunkle Materie – die Kulturgeschichte der Scheiße” & “Wer regiert die Welt? Historiker Ian Morris über Muster der Geschichte” (ZDF Aspekte)

Wikipedia: A History of the World in 100 Seconds (Gareth Lloyd)

Nuclear Detonation Timeline “1945-1998″ (YouTube)

Gespräch mit Bertram Triebel über Social Media in der Wissenschaft (Graduiertenkolleg Freiberg)

Straßenbahnrundfahrt Barcelona / San Francisco (Schmalstroer)

Archiv der Tagesschau (ARD)

Data Visualization: 200 Countries, 200 Years, 4 Minutes (Hans Rosling)

Die Deutschen – Diskussionsrunde des ZDF Nachtstudio (Tribur, ZDF Nachtstudio)

—Foto

Francis Ford Coppolas Casting-Liste für den Paten (Tumblr)

Die Belagerung Frankfurts 1552 (Schmalenstroer)

Phenakistoscope: Athletes – Boxing (Eadweard Muybridge)

Wie ein Transatlantischer Telefonanruf hergestellt wird (Glaserei)

Random Pics from Old China, Restored (Flickr)

When We Tested Nuclear Bombs (the Atlantic)

The first photograph of a human being (A Blog About History)

Palast der Republik (einestages)

Hightech in Cluny – virtuelle Rekonstruktion der berühmten Klosteranlage (Culture to go Blog)

FSA/OWI Favorites (Library of Congress)

Ein Bild von einem Klotz (einestages)

—Text

Why Study History? (American Historical Association)

Historiker müssen keine Informatiker sein (L.I.S.A.)

Brenda Brathwaite’s Train (GAMEStm)

Vom Nutzen und Nachteil der Historie für den Helden (Spiegel Online)

Geschäfte in der Pinte (brand eins)

NSA Declassifies 200-Year-Old Book (Wired)

Satelliten finden das vergessene Pharaonenreich (G/Geschichte)

Monster aus dem Meer: Wie das japanische Kino die aktuelle Katastrophe vorwegnahm (ZEIT)

Joachim Radkau Umweltgeschichte (ZEIT)

Warum die Katastrophe den Tenno nicht erschüttert (WELT)

Fünf Jahre Twitter (Spiegel Online)

Geheimnisfixiert: Es war einmal ein Nicileaks (derFreitag)

Wikileaks 1699 (ZEIT)

Computerspiele und Geschichte (ZEIT)

Der Weg zur Schönen Nase (scienceblogs)

Historikertag: Junge Wilde in Berlin (scienceblogs)

—Tools

Google Books Ngram Viewer: Karl der Große vs. Karl May

Google Insights for Search: Geschichte vs. Zukunft

— Blogs & Portale

hist.net

Schmalenstroer

Avalist

Publizieren Digital

Klio Surft

Medien im Geschichtsunterricht

Das Eisparadies

In eigener Sache

— Feedback der Fans

Nicole Rogl (Facebook): “Tolle Idee, super recherchiert!!”

Sascha Wandhöfer (Facebook): “Eure Beiträge gehen einfach zu lang. Jetzt ist meine Pizza verbrannt :-(

Andreas Sprenger (Facebook): “Fun fact: ich habe es gerade mal gegoogelt und Connys und Christines Sendung ist tatsächlich der dritte Treffer!”
(Nachdem ich mich gewundert hatte mit welchen Suchbegriffen [Aktfotos 1960s] die Leute zu Q History finden)

Thies Albers (Facebook): “Der Einfluss historischer Zombiepersönlichkeiten auf die Weltgeschichte … oder wie lautet das Thema?”
(Ich hatten kurz zuvor die UNTOTE!-Sendung, wohl etwas missverständlich, angekündigt.)

Sascha Wandhöfer (Facebook): “Jau und langt gut zu bei den Schnittchen :-)
(Wir waren zu Gast bei der WDR ZeitZeichen-Redaktion)

PolizeipresseMS (Twitter): “@qhistory Bitte rechts rantwittern ;-)

Eisenmed (Twitter): “@qhistory Goethe kommt immer gut ;-)

CathleenSarti (Twitter): “@qhistory Vielen Dank, dass Ihr mit Euren Sendungen den Abwasch erträglich macht :-)

PG_Publizieren (Twitter): “@qhistory gute Themen. Freuen uns. Wissenschaftsgeschichte und Spiel. Gut”.

DRoters (Twitter): “@qhistory cooooooool”
(Ich hatte, nicht ohne Stolz, getwittert, dass der Islamwissenschaftler Marco Schöller zuerst bei Q History, dann beim Heute Journal, und dann wieder bei uns zu hören war.)

WWU_Muenster (Twitter): “Mahlzeit! ;-) RT @qhistory: Morgen!”

ClioMZ (Twitter): “Ich muss unbedingt noch die letzten Interviews von @qhistory mir anhören. Aber ich find einfach keine Ruhe :-(

Chronico (Twitter): “@qhistory Eine Überraschungstour? Das hatten seinerzeit ein paar Römer auch gedacht und erlebten ihr Blaues Wunder – im Jahre 9 :-)

Umblaetterer (Twitter): “Huuu! Aktuelles Interview mit Leopold von Ranke, dem toten Historiker: “http://bit.ly/gOjbkP (via @qhistory)”

PG_Publizieren (Twitter): “@qhistory und ist auch sonst spannend. Pflanzen mag auch jeder.”
(Ich hatte zuvor mein Interview zur Geschichte der Pflanzenheilkunde und die Sendung Wissenschaftsgeschichte angekündigt.)

Sturmfels (Twitter): “Früher war mehr Gothic.”
(Reaktion auf unsere Weihnachts- oder unsere Untoten-Sendung. ;-) )

— Echo in den Medien und bei den Profis

Interview beim DroidBoy-Podcast.

Wir konnten unsere “Games & Geschichte”-Sendung beim Gamer-Blog Zockwork Orange zeigen.

Hörfunk mit Herzblut: Radio Q: Das Campusradio mit preisgekrönter Sendung (Wissen.Leben)

Preis für RadioQ: “Emotional schon auf verloren eingestellt” (Münstersche Zeitung.de)

Geschichte boomt: Neue Sendung bei Radio Q (Münstersche Zeitung, 22.04.2010)

Marco Schöller. Zuerst war der Islamwissenschaftler bei uns, dann im ZDF Journal und dann wieder bei uns!

Wir waren zu Gast in der DRadioWissen Redaktionskonferenz und in der Redaktion von WDR ZeitZeichen.

Wir konnten den Campusradiopreis gewinnen.

Der Leiter von ZDF History, Christian Deick, war begeistert von unserem frischen Temenmix.

Wir waren Geschichtsblog des Monats bei hist.net.

“Zeittaucher” Christian Jung wurde auf uns Aufmerksam.

Fotos: (c) by Nick Abadzis, by Thomas Leuthard, (c) by Gareth Lloyd

RatCon 2011: Space 1889, Nerdpride & Umbruchstimmung

Space 1889 - Marskarte
“Space: 1889″ – Marskarte (c) Uhrenwerk-Verlag

Rollenspiel-Workshops, Buchlesungen, Nerd-Poetry-Slam und angeregter Schnack mit ehemaligen Kollegen – die zwölf Stunden RatCon am Samstag waren eine wahre Kulturinfusion.

SPACE: 1889

“1889, der Traum der Deutschen nach einem Platz an der Sonne ist erfüllt. Der Ausbau der Venus-Kolonie geht gut voran …”

Space 1889 - Stefan Küppers Patric Götz

Stefan Küppers (l.) und Patric Götz (r.) auf der RatCon

Am meisten hat mich die Vorstellung des Steampunk-Rollenspielsystems “Space: 1889″ von Patric Götz und Stefan Küppers (Chefredakteur) fasziniert. Space 1889 ist ein bereits existierendes RPG, das der Uhrenwerk-Verlag ins Deutsche übersetzt. Dabei bleibt es aber nicht. Das vorhandene Material wird sowohl inhaltlich, regeltechnisch als auch graphisch in ein neues Gewand gekleidet.

So präsentierten Stefan und Patric einen Berg neuer Illustrationen, wie die äußerst schicke ingame-Karte des Mars’ von Markus Holzum (siehe oben) …

Space 1889 - Illustration

"Space: 1889" - Illustration (c) Uhrenwerk-Verlag

… oder die Holzschnitt-artigen Illustrationen des Finnen Juha Makkonen.

Apropos Karte – Thamor vom DereGlobus-Team konnte für eine weitere Überraschung sorgen. Sein Team arbeitet bereits vor der Veröffentlichung des Grundregelwerks (angepeilt ist die RPC 2012) an einem GoogleEarth-Hack für “Space: 1889″.

NERD-POETRY-SLAM

Nach Space war es eine Wonne dem Autoren und Comedian Andé Wiesler zuzuhören. Während es in seinem Workshop “Wie schreibe ich ein Buch?” um das Verfassen von Exposés, Eigenmarketing, Verlage, Schreibblockaden, Honorare und Trendthemen ging (“Ratgeber sind für die Tonne.”), stand beim Nerd-Poetry-Slam die Nerdpride ganz oben auf der Liste. Und obwohl sich kaum jemand auf die Bühne traute, blieb bei Andrés Kurzgeschichten aus seinem Soloprogramm zur Rollenspiel-Jugend, Vaterschaft und Alpträumen von Sex mit glitzernden Vampiren kaum ein Auge trocken.

Schade, dass es etwas vergleichbares noch nicht in Münster gibt …

Andre Wiesler - Workshop

Andre Wiesler (2.v.l.) auf der RatCon: "Elfen, Vampire, Engel. Du musst hoffen, dass Du der Trend bist. Planen kann man so eine Erfolgswelle nicht."

AUFBRUCH UND UNTERGANG

Zum Schluss wären da noch die zahlreichen schönen Gespräche mit alten DSA-Kollegen bei einem kühlen Blonden. Natürlich waren die Umbrüche bei Ulisses-Spiele Thema, wenn man auch kein eindeutiges Urteil fällen konnte. Einerseits empfinde ich den Bruch mit den alten Strukturen noch immer als sehr radikal – und sicherlich ist dabei auch einiges (nicht nur in Aventurien) zu Bruch gegangen. Auf der anderen Seite hatte ich auf der RatCon das erste Mal das Gefühl, dass nach der Unsicherheit der ersten Monate nun sowohl in Aventurien als auch anderswo die Veränderungen auch viele neue, gute Ideen hervor gebracht haben.

So kann sich die neue, noch recht junge, DSA-Riege sicherlich viel freier bewegen und muss nicht erst bei jeder Publikationsidee den ‘Besitzer’ (bzw. Erfinder) der Region oder des Themenkomplexes dabei um Erlaubnis fragen. Zudem hatte ich das Gefühl, dass der Exodus einiger alt-verdienter DSA-Veteranen aus Aventurien zum Uhrenwerk Verlag gerade dort einen gewaltigen Innovationsschub auslöst hat. Allein in den nächsten Jahren sollen mehr Myranor-Publikationen herauskommen als je zuvor und auch “Space: 1889″ hätte man ohne die Umbrüche der letzten zwei Jahre wohl nicht so schnell stemmen können.

Ich hoffe die Geschichte nimmt ein gutes Ende. Denn eins ist das Rollenspiel, trotz interner Streitigkeiten und schrumpfender Szene (ja, auch dieses Jahr war das Publikum wieder etwas kleiner und älter geworden), auf jeden Fall -
ein wunderbares Hobby!